![]() | 25. August 2008 Kritiken zu Batman Begins & The Dark Knight Batman Begins Originaltitel: Batman Begins Herstellungsland: USA Erscheinungsjahr: 2005 Regie: Christopher Nolan Darsteller: Christian Bale, Michael Caine, Liam Neeson, Morgan Freeman, Gary Oldman, Ken Watanabe, Katie Holmes, Cillian Murphy, Tom Wilkinson, Rutger Hauer u.a. Batman und der Freeman. Viele meiner Bekannten meinen ja immer, dass das Comic einst erfunden wurde, um die Welt auf mich vorzubereiten und wenn man sich den dunklen Flattermann mal anschaut und mit mir vergleicht, dann fallen doch arg viele Gemeinsamkeiten auf: Nen übelster Schmäh, Charme, der üble Schlag bei Frauen, Nachtaktivität, Sportlichkeit und Agilität. Beide sind mer eine echte Kampfmaschine (er kann diverse Kampfsportarten, ich kann Kampftrinken) und eine lebende tödliche Waffe. Einzig bei der Gestaltung der Vorgeschichte haben die Erfinder einst daneben gegriffen. Denn meine Jugend und Mannwerdung war ja ein Hort des Glückes, des Frohsinnes und der Parteiliebe (Gruppenratsvorsitzender und Mitglied im Pionierrat ---------------------Story------------------------ Bruce Wayne musste als kleiner Junge mit ansehen, wie seine Eltern getötet wurden. Ohnmächtig und unfähig seine Wut und seinen Schmerz zu verarbeiten, bricht er auf in die große Welt, um seine Gegner zu studieren. Er wird zu einem Kriminellen, nur um dem Abschaum dieser Welt dann doch immer einmal auf die Finger zu klopfen. Doch er hat kein Ziel, keine Richtung für sein Leben. Als die Gesellschaft der Schatten in sein Leben tritt, scheint dieses Ziel endlich zum Greifen nah zu sein. Die Gesellschaft bildet ihn aus, hilft ihm seine Ängste zu besiegen, unsichtbar zu werden und eine ultimative Waffe im Kampf gegen das Böse zu sein. Leider muss Bruce recht bald erkennen, dass diese Gruppe in der Wahl ihrer Methoden nicht anders ist, als die, die sie zu bekämpfen vorgeben. Bruce fackelt den Stützpunkt der Gesellschaft der Schatten bis auf die Grundmauern ab und tötet ihren Anführer ... Zurück in Gotham beschließt er seine neu erworbenen Fähigkeiten einzusetzen, um die Stadt von Verbrechen und Korruption zu befreien. Er erschafft Batman. Und das keine Minute zu spät, versucht doch ein dunkler Gegner ganz Gotham in den Wahnsinn zu treiben ... wortwörtlich. ---------------------Kritik------------------------ Es ist geradezu grandios, mit welchem Ernst Christopher Nolan an diese COMICverfilmung herangegangen ist. Er lotet seine Charaktere aus, präsentiert echte Menschen (es gibt auch keinen einzigen Bösewicht mit übernatürlichen oder besonderen Fähigkeiten), gestattet ihnen eine Entwicklung und macht den Film fast zu einer Art dunkler Charakterstudie. Die Batmanwerdung von Bruce Wayne und die Darstellung der Zusammenstellung seiner Gerätschaften unterfüttert er dermaßen mit (zugegeben teils pseudowissenschaftlichen aber immer glaubhaften) Erklärungen, dass es IMMER glaubwürdig bleibt und niemals einen comicartigen Einschlag bekommt. Auch den Rest des Filmes (einschließlich des Planes der Bösewichte) bietet er derart ernsthaft dar und gestattet es seinen Bösewichten auch nicht zu overacten oder dergleichen. Die Gefahr, die aus diesem Konzept resultierte, war, dass er eventuell in Hulk Gefilde abrutschen könnte, indem er seinem Helden wie Ang Lee zu ernsthaft auf die Pelle rückt, aber Nolan hat neben seinem ernsthaften Anspruch und dem Verzicht auf psychedelisches SeinsundSinnesgeschwurbel noch weitere Asse im Ärmel. Das wichtigste sind die Darsteller. Wer sich nach der Verkündung der Verpflichtung von Schauspielschwergewicht Christian Bale als Batman noch gewundert hat, wie man auf eine derartige Idee kommen konnte, wird sich spätestens nach 30 Minuten erleichtert zurücklehnen und denken: Zum Glück hat man ihn genommen. Bale (deutlich lebendiger als noch im Maschinisten) ist grandios und wie er zwischen seinen grundverschiedenen Charakteren, dem – allerdings unfreiwilligen - Lebemann Bruce und dem harten Batman, umschaltet, hat einfach Klasse. Michael Caine als Alfred war schon auf dem Papier eine Idealbesetzung und er holt das Maximum aus der Rolle heraus. Er sorgt für den teils dringend notwendigen trockenen Humor, der einen ein ums andere mal befreit aufatmen lässt. Liam Neeson hat endlich mal wieder eine gewichtigere Rolle bekommen und er meistert sie wie gewohnt absolut brillant. Ohne jetzt viel spoilern zu wollen, sage ich, dass mit seiner Darstellung ein wichtiger Teil des Filmes steht und fällt. Katie Holmes setzt ihre Rolle aus Dawsons Creek fort und ihre Textzeilen könnten 1:1 aus einer derartigen Folge stammen, so altklug blubbert sie teils daher. Doch hier, wie in Dawsons Creek, rettet sie ihr natürlicher Charme über die Runden. Gary Oldman ist grandios in seiner durch viel Understatement geprägten Rolle. Man kann teils gar nicht glauben, dass das Oldman sein soll, dieser verhuschte, ruhige Typ, der da mit Batman kollaboriert. Ken Watanabe wird leider verschenkt, er hat zu wenig Screentime, um seine Figur richtig zu etablieren. Auch Morgan Freeman kommt ein wenig zu kurz, macht aber das Beste aus seinem Part und sorgt neben Caine für die auflockernden Momente. Der Scarecrow Darsteller Cillian Murphy ist einfach nur potthässlich und für mich ein großer Ausrutscher in dem ansonsten grandiosen Ensemble. Am meisten habe ich mich jedoch über einen meiner Lieblingsdarsteller gefreut. Denn nachdem Rutger Hauer von George Clooney für Confessions of a dangerous Mind für die große Leinwand reaktiviert wurde, scheint er allgemein wieder auf den Besetzungslisten der Studios gelandet zu sein. Und er wirkt wieder richtig fit! Die Wampe ist weg und das spitzbübische Strahlen in den Augen hat er auch wieder reaktiviert! Leider ist seine Rolle relativ klein geraten, aber er füllt sie mit sichtlicher Freude aus. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Optik des Filmes. Rau, düster, nicht auf Hochglanz poliert präsentiert sie den Film als ungemein dunklen Nachtmahr, der seiner Hauptfigur alle Ehre macht. Auch das Design von Gotham, den Batmanausrüstungsgegenständen, dem Kostüm, dem Auto, alles wirkt wie aus einem Guss. Die Schauwerte des Filmes sind ebenfalls enorm. Man sieht dem Film sein Budget von 150 Millionen wirklich an, denn ein Großteil der Action wirkt komplett CGI frei und richtig schön handgemacht, ja fast schon retro. Und da scheppert es dann auch ordentlich. Die Verfolgungsjagd mit dem Batmobil ist einfach nur eine megageile Materialschlacht und der Showdown – mit seiner teils zombieartigen!!! Atmosphäre – ist dann Gigantomanie ins Quadrat. Bei dieser Action geht sicher jedem Actionfan das Herz auf, bei der anderen Action könnte das etwas anders aussehen. Denn wer schon mit der Actiondarstellung in die Bourne Verschwörung seine Probleme hatte, wird auch hier den Regisseur verfluchen. Doch wo in Bourne die Wackeloptik den rauen Charakter des Filmes unterstütze, wird hier die guerillamäßige Angriffsart Batmans verdeutlicht, denn genau wie seine Opfer merkt man gar nicht woher der Schlag kam, der den Bösewicht zusammensacken ließ. Daher ist bei Batman – wie auch bei Bourne – die Wackeloptik ein wichtiges stilistisches Element und hat daher absolut seine Daseinsberechtigung. Was auch bemerkenswert war, war der Soundtrack. Dieser hatte teils derartig feingliedrige und zerbrechliche Elemente, dass ich nicht glauben konnte, dass Zimmer das gemacht haben soll. Ich saß da und dachte, dass klingt jetzt aber mehr nach Thomas Newman oder James Newton Howard, aber doch nicht nach Hans Zimmer. Und ich hatte mich wahrlich nicht getäuscht, denn Zimmer hat die Musik nicht alleine gemacht, sondern mit James Newton Howard! Da hab ich direkt triumphiert, als das im Abspann erwähnt wurde. Der Soundtrack untermalt den Film im Übrigen immer passend, hat einige Gänsehautmomente zu bieten. Was man bemängeln könnte bzw. was nicht so passend war, war die komische Rauschestimme, die Bale als Batman immer hatte. Diese wirkte am Anfang arg gewöhnungsbedürftig, aber mit der Zeit ging es dann. ---------------------Fazit------------------------ Mein Fazit ist daher, dass Batman Begins die erwachsenste, düsterste, ernsthafteste und - meines Erachtens - intelligenteste Comicverfilmung ist, die jemals das Licht der Leinwand erblicken durfte. Und weil diese Verfilmung einer legendären Figur wie Batman mehr als nur gerecht wird, setzt es von mir die volle Ladung, denn ich saß einfach nur begeistert in dem Kinosaal und hatte für mehr als 2 Stunden wirklich alles um mich herum vergessen, inklusive der vier vorhergehenden Verfilmungen. Großes Kino! Danke Herr Nolan und bitte so weitermachen! Die DVD zum Film kommt von Warner und bietet den Film mit massig Bonusmaterial uncut, wahlweise im edlen Steelbook. In diesem Sinne: freeman |
![]() | 25. August 2008 The Dark Knight The Dark Knight Originaltitel: Dark Knight, The Herstellungsland: USA Erscheinungsjahr: 2008 Regie: Christopher Nolan Darsteller: Christian Bale, Michael Caine, Heath Ledger, Aaron Eckhart, Maggie Gyllenhaal, Gary Oldman, Morgan Freeman, Eric Roberts, Cillian Murphy, Anthony Michael Hall, Monique Curnen, Nestor Carbonell u.a. -------------------Story----------------------- Seit mit Batman ein neuer Big Player im Kampf gegen das Verbrechen in Gotham City aufgetaucht ist, befindet sich die Stadt in einer Art Schwebezustand. Unwissend, ob sie einem gesetzlosen Outlaw auf seinem Rachefeldzug zujubeln darf, schaut die Gothamer Bevölkerung ohnmächtig dem Treiben des finsteren Gesindels und seines Widersachers zu. Auch die zwielichtigen Gestalten Gothams sind verunsichert, werden sie doch Batman nicht Herr. Und Batman selbst muss bemerken, dass ein Einzelner niemals gegen das Unrecht dieser Welt ankommen kann. Die Situation ist mehr als verfahren. Ergo beschließt Batmans Alter Ego Bruce Wayne einem neuen Staatsanwalt namens Harvey Dent in die Karten zu spielen, der einem strahlenden Ritter gleich in der Unterwelt aufzuräumen bereit ist. Bruce Wayne bewundert diesen neuen Prototyp des Kämpfers gegen das Verbrechen zutiefst, obwohl Harvey Dent ihm seinen Love Interest Rachel Dawes ausgespannt hat. Doch noch bevor Harvey Dent seinen Kreuzzug gegen das Verbrechen starten kann, eskaliert die Situation. Die Mafia engagierte einen neuen Killer, der nur ein einziges Ziel hat: "Manche Menschen wollen einfach nur die Welt in Flammen sehen ..." Der Joker. So wird der Killer ehrfurchtsvoll genannt. Und dieser Joker stürzt Gotham in eine so nie gesehene Schockstarre, überzieht er doch die ganze Stadt mit Tod und Verbrechen. Und um ihn zu vernichten, wird Batman gegen seine eigenen Regeln verstoßen müssen ... -------------------Kritik----------------------- Batman – the Dark Knight ist, was seine Kosten und sein Einspielergebnis angeht, der Prototyp dessen, was man heute als Blockbuster bezeichnen würde. Doch schaut man sich aktuelle Blockbuster an, wäre dieses Brandzeichen für Den dunklen Ritter genauso unpassend wie das simple Branding als Comicverfilmung. Denn im Gegensatz zu ALLEN aktuellen Blockbustern und Comicverfilmungen bedient sich Batman – The Dark Knight Tugenden, die kaum einer der aktuellen Blockbuster oder Comicfilme zu bedienen vermag. Die wichtigsten Punkte sind dabei die vielschichtige, vor Überraschungen und Twists überlaufende, sehr spannende und richtiggehend epische Geschichte und die grandiosen, sich in alle Richtungen entwickelnden, ungemein faszinierenden Charaktere, die mittels brillanter Dialoge miteinander interagieren. Dabei funktioniert The Dark Knight sowohl als oberflächliche Actionsause als auch als subtextreiche Allegorie auf unsere Zeit. Schon erste Plakate zu The Dark Knight präsentierten den dunklen Ritter vor einem Gebäude, in dem eine brennende Lücke in Form einer Fledermaus klaffte und dabei überdeutlich an die Bilder um den 11. September erinnerte. Und genau dieses Bild/Poster umschreibt deutlich, wie The Dark Knight unterschwellig funktioniert. Denn hier schwingen im Subtext so viele aktuelle Themen mit, dass man ab und an sogar das Gefühl bekommt, der Film sei damit förmlich überladen. Es gibt Diskussionen zum Thema Anarchie, geschaffen durch puren, unkontrollierbaren Terrorismus. Auch Diskurse zum Terror selbst finden ihren Weg in den Film. Vor allem verkörpert durch den Joker, der hier daherkommt wie das urwüchsige Böse. Der Prototyp des Terroristen, den Motive wie Geld und Macht zu einem irren Lachen verleiten, denn sein einziges Ziel ist das Chaos. Nichts mehr und nichts weniger. Und um diese Figur besiegen zu können, muss der aufrechte Bürger Grenzen überschreiten und wenn das heißt, sich in einem Patriot Act selbst diverser Rechte zu beschneiden. Dass er damit aber selbst fragwürdige Wege beschreitet oder beschreiten muss - grandios transportiert durch einen mehr als nur ohnmächtigen Bruce Wayne/Batman - spart Christopher Nolan in seiner Allegorie auf den Post 9/11 Terror nicht aus. Denn laut Nolans Ansatz ist der Hauptantrieb des Terrors die Angst aller Menschen, und wenn man heute sieht, wie man alleine mit dem Begriff „Terror“ selbst Eingriffe in unsere Privatsphäre rechtfertigen kann, ist klar, dass auch wir inzwischen nur in einer permanenten Atmosphäre der Bedrohung vor uns hin mäandern. Schwere Themen, fürwahr, aber auf wahrhaft großartige Weise über den Film transportiert. Doch all diese Punkte kann man auch mühelos ausblenden und The Dark Knight als oberflächliche Stylebombe und Unterhaltungsmaschine betrachten. Zwar beschneidet man sich damit selbst des interessanten Subtextes, wird aber genauso prächtig unterhalten. Das liegt an der fintenreichen, sehr intelligent aufgezogenen, oftmals an den Grenzen zum Epos kratzenden Geschichte, die den Streifen permanent vorantreibt und einen unglaublichen Spannungsbogen aus sich selbst heraus zu erzeugen in der Lage ist. Was dabei vor allem auffällt, ist, dass The Dark Knight dem Reboot des Franchises folgend seine eigentliche Hauptfigur – Batman – niemals zu dem Pausenfüller degradiert, zu dem ihn die ersten vier Filme des Franchises immer und immer wieder machten. Denn wer waren die wahren Helden in Batman I – IV? Klar: Joker, Pinguin & Catwoman, Riddler und Two Face und Mr. Freeze. Zwar ist auch in The Dark Knight der Joker die faszinierendste Figur, die IMMER die Highlights setzt, doch Batman ist und bleibt der Motor der Geschehnisse und peitscht permanent die Handlung nach von. Diese kulminiert immer wieder in grandiosen, sich schlüssig aus der Handlung ergebenden Actionszenen, die so gigantisch daherkommen, dass es einem den Atem abschnürt! Dabei hat Christopher Nolan einen Hauptkritikpunkt seines ersten Batmanstreifens technikbedingt beseitigen können. In Batman Begins gerieten viele der Actionszenen für den geneigten Filmfan zu verwackelt, zu hektisch geschnitten und vermiesten so manchem den Kinobesuch. Diesmal jedoch entschied sich Nolan für IMAX Kameras, um einerseits den Film IMAX-Kinotauglich zu machen, andererseits um noch brillantere Bilder für die „normalen“ Kinos zu erschaffen. Dabei machten genau die IMAX Kameras einen Wackelkameraansatz so gut wie unmöglich, dazu sind sie nämlich viel zu klobig und schwer. Ergo bebildert Nolan die Action unglaublich geerdet, mit fast schon nüchternen Bildern, die ihre Rasanz und Energie einzig aus dem gebotenen Eye Candy vor der Kamera beziehen und nicht durch Schnitt und Wackelfirlefanz aufgewertet werden müssen. Und was man dann hier für Actionszenen abbrennt, ist einfach nur gigantisch. Vor allem, wenn das Batmobil wieder anrollt und einer Abrissbirne auf vier Rädern gleich die ganze Stadt niederwalzt, schlägt das Herz jedes Actionfans schneller. Dabei erstaunt vor allem der unbedingte Wille, selbst die komplexesten Actionszenen nicht am Rechner zu erschaffen. Ob sich ein Truck MIT Anhänger über die Querachse überschlagen darf oder Laster in die Decke eines Unterführungstunnels gerammt werden, der Aufwand macht einfach nur Staunen. Doch auch die Actionszenen abseits der großen Desasterszenen rocken amtlichst. Vor allem Batman hatte offensichtlich ein paar Lehrstunden in Sachen Vollkontaktsport und darf diverse Knochen und Kauleisten in alle Himmelsrichtungen verbiegen. Und das so brachial und druckvoll und dennoch elegant choreographiert, dass es ein Genuss ist! Und wem das immer noch nicht reicht, dem sollte dann spätestens bei der seit Ewigkeiten nicht mehr gesehenen Realexplosion eines mehrstöckigen Krankenhausgebäudes der Sabber aus der Kinnlade fließen. Einfach grandios. Im Zusammenhang mit der edel bebilderten Action muss man dringend auch den Soundtrack hervorheben. Dieser kommt genauso themenstark daher wie in Batman Begins und verarbeitet vor allem das sehr gelungene Thema sehr häufig. Doch genau in der Action hat die Musik komplett Pause! Nolan verzichtet selbst in den gigantischsten Actioninfernos auf eine musikalische Untermalung zugunsten eines extrem brachialen Sounddesigns, das die Hosenbeine im Kinosaal flattern lässt. Und die Entscheidung ist gar nicht dumm, wirkt die Action dadurch doch noch brachialer und vor allem direkter/unmittelbarer, was den Realitätsanspruch der gesamten Chose trefflich untermalt! Und auch wenn Hans Zimmer und James Newton Howard in den Actionszenen nicht glänzen dürfen, haben sie zumindest einen grenzgenialen Einfall in den Film einbringen dürfen. Dieser betrifft das Thema des Jokers. Es ist weniger ein musikalisches Thema, es ist viel mehr eine Ahnung, ein nervöses Flirren, eine Art Soundteppich, der teils Minuten vor dem Erscheinen des Jokers einsetzt und sein Kommen unterschwellig ankündet, um dabei bereits die Atmosphäre der Bedrohung und Ungewissheit zu lancieren, die die Auftritte des Jokers so extrem wirkungsvoll machen. Ist der Joker dann da, steigert sich dieses Flirren mit dem „Geisteszustand“ des Jokers, der dann wie die Musik mehr und mehr abdreht und mit dem Thema gemeinsam zum verstörenden Höhepunkt kommt, der in grimmigsten Humor und/oder brachialer Gewalt kulminieren kann. Und damit sind wir beim Thema. Der Joker. Das Urböse. Ein Freak. Ein Junkie. Übergroß verkörpert von Heath Ledger, der hier zum letzten Mal zeigen durfte, warum er zu einem der hoffnungsvollsten Jungdarsteller des aktuellen Hollywoodkinos gehörte. Er macht die überkandidelte Vorstellung von Jack Nicholson als Joker komplett vergessen (einzig die wenig gelungene deutsche Synchronisation versucht ihn in die Nicholson Ecke zu drängen!). Was Ledgers Vorstellung mit Nicholsons Jokerdarstellung gemein hat, ist, dass er in seinen Szenen ALLE Aufmerksamkeit auf sich zieht und ALLE anderen Darsteller an die Wand spielt! Dabei etabliert er bereits bei seinen ersten Auftritten einen ungemein bösen Humor im Film, der alleine schon die relativ hoch erscheinende FSK 16 Freigabe rechtfertigt. Und alleine seine „Ich habe da einen Zaubertrick. Ich lasse diesen Bleistift verschwinden“ Szene, macht klar, wie der Joker im ganzen Film funktioniert und was ihn von Nicholsons Interpretation unterscheidet: Ledger macht den Joker nicht zu einer Witzfigur, sondern zu einer unberechenbaren Mordmaschine, die im einen Augenblick zu offenherzigen Lachern animiert, um keine zwei Sekunden später das Lachen ungläubig verstummen zu lassen. So auch bei der Bleistiftszene, die so ziemlich die zynischste Einlage eines Blockbusters seit Ewigkeiten darstellt. Es ist schade, dass wir Ledger nie wieder so werden wüten sehen dürfen, zumindest ist es aber eine Art Trost, dass er sich mit einem riesigen Urknall aus unserer Wahrnehmung verabschieden durfte und eine Leistung hinlegen durfte, die niemals vergessen werden wird. RIP Heath. Der Rest der Darsteller macht einen mehr als hervorragenden Job. Christian Bale müht sich nach Leibeskräften und kann vor allem die Selbstzweifel seiner Figur grandios transportieren. Aaron Eckhardt als Harvey Dent habe ich selten so intensiv und kraftvoll aufspielen sehen, was die tragischen Entwicklungen um seine Figur nur umso eindrucksvoller macht. Michael Caine und Morgan Freeman geben erneut die Grand Seigneurs des Streifens und sorgen für einen - teils dringend benötigen – auflockernden und humorigen Unterton. Gary Oldman als Det. Lt. James Gordon darf mit ungewohntem Understatement als zweite große Überraschung des Streifens gewertet werden. Seine Rolle wird stark vertieft und ausgebaut und verschafft dem Film eine weitere, sehr aufrechte und positive Identifikationsfigur, die Oldman grandios steht und von ihm mit viel Leben ausgefüllt wird. Ein echtes Problem ist Maggie Gyllenhaal als Rachel Dawes. Die Figur selber war schon in Batman Begins überflüssig wie ein Kropf, was sich auch in diesem Film deutlich bemerkbar macht. Zwar darf sie die Dreiecksgeschichte zwischen ihr, Bruce Wayne und Harvey Dent befeuern, doch genau diese Kiste funktioniert so gut wie gar nicht, da man weder Eckhardt und Gyllenhaal noch Bale und Gyllenhaal so etwas wie funktionierende Chemie unterstellen kann. Obendrein stakst Frau Gyllenhaal seltsam ungelenk durch die gesamte Inszenierung und scheint selbst nie so recht zu wissen, was sie eigentlich in diesem Film zu suchen hat. Glücklicherweise löst sich dieses Problem in diesem Film gleich von selbst ... -------------------Fazit----------------------- Was bleibt ist das Opus Magnum des Comcifilmes. Die Neuinterpretation des Begriffes Blockbuster, fernab von „Hirn raus, Film ab“ Dimensionen. Egal, was man in Batman – The Dark Knight sehen will, er ist in jeglicher Beziehung perfekt. Sei es die Allegorie auf unsere Zeit der Angst oder der pure Entertainmentfaktor, es geht nicht mehr besser. Alles wird auf eine ganz neue Stufe gehoben und dürfte auf Jahre absolut unerreichbar bleiben. Man kann nur hoffen, dass Christopher Nolan dem Franchise noch lange erhalten bleibt und diese Reihe nach seinem Gutdünken weiterprägen darf ... und hoffentlich gelingen ihm weiterhin derartige Glücksgriffe hinsichtlich der Besetzung „seines“ neu etablierten dunklen Ritters. Der Pflichtfilm des Jahres! In diesem Sinne: freeman |
![]() | 25. August 2008 Hi @freeman wieder mal Danke, Danke, Danke für eine grandiose Filmkritik. Ich bin überhaupt kein "Comic"fan, aber über diesen Film schlagen sich ja sämtliche Kritiker auf die obligatorischen Filmoberschenkel, bzw. sie sind voll des Lobes über diesen Film. Ich unke mal, Heath Ledger erhält postum einen Oscar dafür, gab es das schon mal in der Geschichte der Oscarverleihung? Also ich werde mir diesen Film auch ansehen, und lass dann auch meine Meinung darüber hier. In diesem Sinne @freeman, leider ohne Joykuss, dafür diesen aus der kostenlosen Smiley-Liste Evian |
![]() | 25. August 2008 Vielen Dank für das Lob und den Kuss In diesem Sinne: freeman |
![]() | 08. September 2008 Hallöchen Habe jetzt erst Batman Begins gesehen un muß sagen der ist echt ober hammer der jocker ist Goot den oscar hat er verdient ohne frage . see ya |
![]() | 09. September 2008 Na wir werden es sehen. Die Daumen sind aber schonmal vorsorglich gedrückt In diesem Sinne: freeman |
![]() | 10. September 2008 Gestern hab ich "The Dark Knight" endlich sehen können! Ein absoluter Oberhammer! Buch, Regie, Tricks und Musik sind klasse! Und ihr habt Recht: Eine absolut oscarreife Vorstellung/Darstellung von Heath Ledger! Grandios! Er hätte den Oscar wirklich verdient. Danke freeman für diese Kritik (wie auch für alle anderen Kritiken!) LG Heywood |
![]() | 10. September 2008 Danke Heywood und wie gesagt: Unbedingter Soundtracktipp ... du wirst Staunen, wieviel an musikalischen Themen du gar nicht richtig mitgeschnitten hast. Mir ging es persönlich jedenfalls so ... Sehr erstaunlich ... In diesem Sinne: freeman |
![]() | 23. September 2008 Wow Na jedenfalls (!) war es auch in spanisch ein Genuss, diesen Film zu sehen... increíble y absolutamente fantástico... perfecto!!! @freeman Batman und der Freeman. Viele meiner Bekannten meinen ja immer, dass das Comic einst erfunden wurde, um die Welt auf mich vorzubereiten und wenn man sich den dunklen Flattermann mal anschaut und mit mir vergleicht, dann fallen doch arg viele Gemeinsamkeiten auf: ...Glauben kann. Nen übelster Schmäh, Charme, der üble Schlag bei Frauen, Nachtaktivität, Sportlichkeit und Agilität. Beide sind mer eine echte Kampfmaschine (er kann diverse Kampfsportarten, ich kann Kampftrinken) und eine lebende tödliche Waffe. Einzig bei der Gestaltung der Vorgeschichte haben die Erfinder einst daneben gegriffen. Denn meine Jugend und Mannwerdung war ja ein Hort des Glückes, des Frohsinnes und der Parteiliebe (Gruppenratsvorsitzender und Mitglied im Pionierrat LG Delia |
![]() | 24. September 2008 Na das will ich wohl meinen Schön, dass dir der Fledermausmann auch auf Spanisch gefallen hat. Wie siehts denn eigentlich aus mit den Synchronbedingungen in Spanien? Die deutschen Synchronsprecher gelten ja generell mit als die Professionellsten weltweit. Geht es in Spanien auch so professionell zu oder ist es eher nah dran an der russischen "einer spricht ALLE Rollen" Variante? In diesem Sinne: freeman |
![]() | 24. September 2008 *Brüüüll* @freeman Geht es in Spanien auch so professionell zu oder ist es eher nah dran an der russischen "einer spricht ALLE Rollen" Variante? Ja es ist diese Variante... eine spricht ALLE egal ob jung oder alt. Die zwei Typen die Männlein und Weiblein synchronisieren - wobei ich mir noch nicht mal sicher bin ob die auch diesem Geschlecht angehören, welches sie sprechen – hören sich immer gleich an. Die höre ich in der spanischen Werbung, die höre ich im Kinderprogramm und die höre ich im Kino... grauenhaft!!! Mit absoluter Sicherheit sind die deutschen Synchronsprecher die professionellsten und am schönsten klingenden Stimmen die ich bisher gehört habe... Besser geht’s nicht und gibt es nicht!!! LG Delia |
![]() | 24. September 2008 Oh Gott, das nenne ich wahren Terror ... das würde ich nie durchstehen. Ich habe mir mal so eine Russensynchro gegeben und ich dachte nur, ich träume. Da wundert es auch nicht, dass das Ausland bei weitem nicht so Synchroabhängig ist, wie wir Deutschen, denn da würde selbst ich als O-Tonmuffel zu der Originalfassung greifen. Meinem Englisch würds very good bekommen In diesem Sinne: freeman |
![]() | 24. September 2008 Ganz ehrlich, mir wäre es auch viel lieber wenn ich mit deutschem Untertitel schauen könnte. Noch schöner wäre, wenn sie am Eingang Kopfhörer verteilen würden wie bei einer Sightseeing Tour wo jeder seine Sprache wählen könnte.. Mensch das wäre mal ne gute Idee! Ich habe mir mal Es war einmal in Amerika auf spanisch gegeben... geht gar nicht, ich sage nur Mickey Mouse. LG Delia |
![]() | 24. September 2008 Wobei ja Es war einmal in Amerika gut zu Mickey Mouse passt. Kam ja immerhin auch von da und zog dann nach Paris In diesem Sinne: freeman |
![]() | 15. Oktober 2008 @Freeman eine grandiose Filmkritik der ich zu 100% nur Recht geben kann. (Dachte nach deiner Kritik zu Iron Man, der ich in vielen Punkt NICHT Recht geben konnte) das ich hier etwas ähnliches lesen würde. Doch war sehr positiv überrascht). Der Film katapultiert sich mit so einem deratigen Knall in die absolute Top-Riege der "COMIC"Verfilmungen das es umso mehr eine "GENUGTUUNG" ist das er es auch gleich in die absolute Top-Riege der "Charakterfilme" schafft. Wer hätte vor ein paar Jahren jemals geglaubt das eine "Comicverfilmung" (die ja schon seit X-Men nicht mehr belächelt wurden und Respekt bekamen, aber immer noch nicht in die Riege von All-Time Highs gesetzt wurden) auch gleichzeitig ein Masterpiece des GrandActorings werden könnte. Mein größen Respekt zu Mister Nolan. Auch wenn der Film für mich (abgesehen von der grandiosen Leistung des leider verstorbenen Heth Ledgers) doch einen Tick hinter Batman Begins bleibt, so ist und bleibt es ein Stück Filmgeschichte. ---------------------- Aber auch sei es erlaubt Negative Punkte anzusprechen: Rachel ist hier wie auch im ersten Teil eine Fehlbesetzung. Doch Katie Holmes sah im ersten Teil zumindestens noch gut aus, was ihre Nachfolgerin nicht mal im Ansatz schafft Die Entwicklung von Harvey Dent (grandios gespielt von Aaron Eckhardt) vom Kämpfer für die Gerechtigkeit, in seinem Glauben strahlender noch war, als jegliche Gründe die Wayne jemals in sein Batman Kostüm getrieben haben. Genau dieser GUTE Kämpfer kriegt eine ZU SCHNELLE und teils zu lückenhafte Erzählung wie er "für das GUTE zum BÖSEN wird". Ich habe es einfach nicht als richtig empfunden das er "als er die Möglichkeit hatte den Joker als Verantwortlichen für den Tod von Rachel zur Rechenschaft zu ziehen dieses NICHT getan hat sondern lieber auf die Hintermänner gegangen ist. Nicht nachvollziehbar meiner Meinung nach. Und das dieser so gute Mann dann auch noch eine Familie samt Kindern quälen will, passte auch so gut wie überhaupt nicht und hat einen kleinen aber bitteren Beigeschmack in dieses ansonsten so brachiale Meisterwerk gegeben. |