![]() | 04. Januar 2010 Kritik zu Ninja Assassin Ninja Assassin Originaltitel: Ninja Assassin Herstellungsland: USA Erscheinungsjahr: 2009 Regie: James McTeigue Darsteller: Randall Duk Kim, Naomie Harris, Sung Kang, Rick Yune, Rain, Ben Miles, Shô Kosugi, Togo Igawa, Numan Acar, Yuki Iwamoto, Eleonore Weisgerber u.a. ------------- Story ----------------- Waise Raizo wurde als Kleinkind vom Ninjaclan der Ozunu aufgenommen und fortfolgend mit gnadenloser Härte zum Scharfrichter des Clans erzogen. Doch bei Raizos bluttriefendem Initiationsmord macht der Clan einen großen Fehler ... Heute ist Raizo in Berlin unterwegs, wo die Europolagentin Mika hinter Mördern her ist, die wohl einem geheimen Ninjaclan angehören. Doch niemand will ihr die Geschichte von den Ninjas abkaufen. Da mischt sich auf einmal Raizo ins Geschehen ein ... ------------- Kritik ----------------- Die soeben vorgestellte „Story“ hat freilich nur Alibifunktion, um ungestört von Massaker zu Massaker springen zu können, funktioniert innerhalb dieses eng gesteckten Rahmens aber ganz gut und wird gar nicht einmal so dämlich aufgezogen. Immerhin weiß man erst nach der Hälfte des Filmes, was im Ninja Assassin Universum nun eigentlich wirklich los ist und wer gegen wen und warum kämpft. Dass dieser „Kniff“ in J. Michael Straczynskis (der Babylon 5 Schöpfer) Drehbuch durch teils haarsträubend miese Dialoge wieder ausgeglichen wird, darüber breiten wir hier lieber den Mantel des Ninjas. Und da sind wir schon beim Thema: Ninjas. Noch nie wurden die Ninjas so effektiv inszeniert wie in diesem Film. Dank coolem Sounddesign, einigen starken Computereffekten und einer nie gekannten Gnadenlosigkeit werden sie fast zu Dämonen oder Rachemonstern hochstilisiert, die nichts menschliches mehr an sich habe. Und beginnen dann die großen Ninjaumnieteinlagen, mutieren sie fast zu einer Art Zombiemasse, die rein aufgrund zahlenmäßiger Überlegenheit zu obsiegen scheint. Sie sind dann freilich auch für die Action in Ninja Assassin zuständig, die sich weitgehend auf Martial Arts Einlagen beschränkt und erst im Showdown auch Raum für dicke Explosionen lässt. Rein mengentechnisch gesehen, könnte man bei Ninja Assassin fast von einem Dauershowdown sprechen, denn großartige Pausen im Dauergemetzel gibt es nicht wirklich. Und wenn ich Gemetzel schreibe, kann man das ruhig ernst nehmen. Enthauptungen, Halbierungen, Köperteilabtrennungen, harsche Schnittverletzungen und wüste Blutfontänen, Ninja Assassin ist wahrlich kein Kind von Traurigkeit und lässt den Fan harter Actionkost durchaus ein oder zweimal gehörig mit der Zunge schnalzen. Leider ist Regisseur James McTeigue (ein Zögling der produzierenden Matrix Wachowski Brüder), der prinzipiell und vor allem in den gelungen gesetzten Bullet Time Zeitlupenszenen ein echtes Auge für heftige und überstilisierte Action beweist, offensichtlicher Fan von wilden Schnittkaskaden und Wackelkamera, was es schwer macht, die Martial Arts Choreografien wirklich zu genießen, geschweige denn zu erkennen. Als extremes Beispiel sei eine Verfolgungsjagd zu Fuß genannt, die auf der großen Leinwand für permanente Orientierungsprobleme beim Zuschauer sorgt. Auch das etwas überschwänglich zum Einsatz kommende Computerblut gereicht dem Ninja Assassin nicht immer zum Vorteil. Zumindest verpasst es ihm einen Comicanstrich, der das wahrlich überbordende Gemetzel durchaus erträglicher macht. Ansonsten gibt es da nämlich nicht viel, was das brutale Treiben auflockern oder abfedern würde. Storytwists hat es keine, Ironie und Humor sind dem Film vollkommen fremd und irgendwie nimmt sich der Film durchweg viel zu ernst. Absolutes Highlight dahingehend sind die unfreiwillig komischen, extrem mühselig auf menschenverachtend und zynisch getrimmten Labertiraden von Ninjafilmurgestein Sho Kosugi in der Rolle des Lehrmeisters von Raizo. Und damit wären wir bei den Darstellern, die allesamt wussten, wo sie hier eigentlich mitspielten und dementsprechend reduziert agieren. Held Raizo wird von dem koreanischen Superstar Rain mit einer beeindruckenden Physis versehen, redet aber maximal fünf Sätze und kann keinerlei Charaktermomente für sich verbuchen. Alle dramatischen Aspekte seiner Figur schultern der Kind- und der Teenagerdarsteller der jungen Raizoausgaben. Naomie Harris ist offensichtlich nur für den „Storypart“ und als Sidekick von Raizo gedacht und verpufft dabei vollständig. Rick Yune (The 5th Commandment) bekommt als Erzfeind von Raizo ebenfalls keine Gelegenheit, ein Profil zu entwickeln und Sho Kosugi spielt eh – wie bereits erwähnt – in einer eigenen Welt. Dafür darf er seine Figur zumindest bis an den Rand der Lächerlichkeit überhöhen. Und der Rest ... stirbt. Ist doch auch was ... ------------- Fazit ----------------- Was bleibt, ist eine rasend brutale Metzelorgie in Blutrot, die sich einen Scheiß um Story, Charaktere oder Humor kümmert und ein pausenloses Actionbombardement auf den Zuschauer abfeuert, der sich aufgrund dessen fast in den guten alten 80ern wähnt, als Ninjakracher noch in rauen Mengen die Videothekenregale blockierten. Dabei gefällt vor allem die irre brachiale Umsetzung diverser Ninjamythen mittels modernster Trickeffekte. Leider hat man sich bei der Action selbst dann etwas zu sehr in Richtung Moderne orientiert, was Ninja Assassin quasi zum Jason Bourne unter den Ninjaholzern macht. Und darauf steht man ... oder eben nicht. Vom etwas schmucklosen Berlinsetting ganz zu schweigen. Doch ich fand’s knorke, allerdings habe ich auch nicht mehr erwartet als eine blöd rockende, urstbrutale Stilbombe, die den Ninja abseits der Turtles mal wieder hip macht. Und das löst Ninja Assassin spielend ein. In diesem Sinne: freeman PS.: DIE Bombe zum Thema kommt allerdings dieses Jahr in Form des Streifens "Ninja", eine Kollaboration von B-Filmregisseursgott Isaac Florentine und Kickerderwisch Scott Adkins, die einfach mal so eine der Actionbomben schlechthin ablieferten. Also: Augen auf ;-). Ab Frühjahr auf DVD ... |
![]() | 04. Januar 2010 also bei mir würde er MINUS 3 Sterne erhalten. Bin bei der Hälfte des Films gegangen und das ist schon ewig nicht mehr passiert. So einen Mist braucht keiner und dann auch noch Geld dafür bezahlen zu müssen ist unverschämt, der Besucher sollte Schmerzensgeld erhalten für die Anmassung an schlechter Story, Dialogen und Schauspielern. Braucht kein Mensch den Film! - Meine ganz persönliche Meinung |
![]() | 04. Januar 2010 Ich fand ihn ganz gut. Das der Film blutig und nicht sonderlich auf die Story baut sollte jedem der sich diesem Film in Kino angeschaut hat eigentlich klar sein. Es wurde fröhlich gemetzelt und die Hektoliter Filmblut die dort vergossen wurden, hatten schon was Kill Bill anmutendes oder wie freeman so schön sagte Comichaftes. Allerdings fand ich einige Szenen aus der Kindheit etwas zu heftig, als Beispiel die Fusssohlenszene. Ansonsten hat mir der Film Spaß gemacht auch schon allein weil ich mit meiner Freundin mal wieder die einzigen weiblichen Wesen im Kino wahren und uns nicht schlecht wurde. |
![]() | 04. Januar 2010 wieder die einzigen weiblichen Wesen im Kino wahren und uns nicht schlecht wurde. ja sowas kenn ich, die Kerle schauen dann immer so komisch, nach dem Motto: Hat die sich verlaufen. Also Kill Bill fand ich genial, und da wurde die Sache mit dem Comic auch wirklich durchgezogen. Aber zum Glück läßt sich ja über Geschmack nicht streiten |
![]() | 17. Juli 2010 Nachdem sich hier einige schon gewundert haben bzg. meines Unwissens über Ninja Assassin, habe ich mir den Film endlich mal in mein heimisches Wohnzimmer geholt. Was soll ich sagen … diese Schlachtplatte hat mich wahnsinnig amüsiert!!! Bereits die Introsequenz macht klar, dass man sich hier nicht mit einer ausgeklügelten Story oder pseudowertvollen Dialogen aufhält. Hier regiert einzig und allein die blutige Daueraction!!! Und die hat es gewaltig in sich! Einziger Wehrmutstropfen sind diese CGI-Bluteffekte, die mich noch nie begeistern konnten. Da sehnt man sich, als Gorehound der alten Generation, zu den guten, alten Tom Savini-Zeiten zurück, als alles noch handgemacht war. Ansonsten: Geiler Scheiß, der ordentlichst rockt!! "Violence Is One Of The Most Fun Things To Watch!" Grüße Jimbo |
![]() | 18. Juli 2010 Ein erfrischendes Bekenntnis zur filmischen Gewalt! |
![]() | 18. Juli 2010 Ja, ich fürchte im Hauptforum z. B. würde man mich für so einen Beitrag zerrupfen. Allerdings weiß jeder, dass ich einfach ein Faible für solche Filme habe und wenn Gewalt so überzogen und comichaft dargestellt wird, wie es hier z. B. der Fall ist, darf man auch gerne mal etwas weniger differenziert schreiben. Grüße Jimbo |